Rezensionen

Bereits seit Anfang der 1990er Jahre publiziert der Norweger Sverre Knut Johansen melodische elektronische Musik. Mit Earth From Above erschien am 5. Februar nun seine erste Veröffentlichung bei dem amerikanischen Label Spotted Peccary, wo er sich auch den Gitarristen David Helpling zur Unterstützung auslieh.

Das Album besticht durch seine malerischen Kompositionen, die man, dem Titel folgend, gut als klangliche Interpretationen diverser Landschaftsansichten vaus der Vogelperspektive gesehen verstehen kann. So divers, wie sich das Bild der Erde gibt, sind auch die Stücke Johansens. Mal friedvoll und schön, aber auch etwas rauher, felsiger in ihrer Gestaltung, die dennoch einem wohlklingenden Rhythmus folgen. Mit Ausnahme von #Connecting#Landscapes, das eher leicht experimentell und abstrakt daher kommt und nicht ganz in das harmonische Gesamtbild passt.

Insgesamt hat Johansen ein schönes Werk aufgelegt, mit teils träumerisch veranlagten und zeitlich dramatisch anmutenden Klanglandschaften.

Bezug: http://spottedpeccary.com/shop/earth-from-above/

Stefan Schulz

Sowohl Eric van der Heijden als auch Rene Splinter sind in der EM-Szene keine Unbekannten.  Neu ist, dass die beiden sich jetzt als Uni-Sphere zusammengetan haben. Was bei dieser Zusammenarbeit herausgekommen ist, kann man auf ihrem Debüt-Album 'Endless Endeavour' hören.

Stilistisch sind die beiden ja gar nicht so weit auseinander, sowohl Rene als auch Eric stehen für den eher melodischen Stil der elektronischen Musik.  Bei Rene kann man immer wieder den Einfluss Tangerine Dreams aus den 80er Jahren heraushören, Eric gilt als der große Romantiker unter den holländischen EM-Musikern.

So hört man denn auch auf Endless Endeavour viele Klänge, die einem von einem großen Vorbild vertraut vorkommen mögen - aber warum auch nicht?  Entscheidend ist, was man aus diesen Elementen macht, und dieses Experiment kann man getrost als gelungen bezeichnen.  Zwischen den 10 Titeln wechselt die Stimmung hin und her, von eher ruhigen und romantischen Stücken wie 'Vulnerating Values' oder 'Compromising Colors' zu richtig flotten Tanznummern wie dem 'Jocular Jive'.  Die Namen der Titel dürften übrigens alle samt Erics Feder entsprungen sein, er hat ein Faible für Alliterationen.

Das Titelstück ist mit 15 Minuten mit Abstand das längste der CD, findet sich in ihrer Mitte und ist dreigeteilt.  Im ersten Teil beginnt es schwärmerisch ruhig, romantischer - für mich klar Eric Handschrift.  Der zweite Teil ist ein Piano-Solo von Rene, ganz in dem Stil, wie Johannes Schmoelling sie bei TD gespielt hat. Der letzte Teil beginnt wieder sehr ruhig und entwickelt sich über seine sechs Minuten zu einem dynamischen und von Sequenzen geprägten Höhepunkt.

Ein besonderer Titel, den der eine oder andere vielleicht schon kennt, den man aber bisher nur einige Male live hören konnte, ist 'Colorful Fields Of Summer', das die beiden schon vor einiger Zeit der Schallwende-Vorsitzenden Sylvia Sommerfeld gewidmet hatten.  Wer es immer schon einmal auf CD haben wollte, findet es jetzt hier unter dem neuen Namen 'Eloquent Exposure'.

Zusammenfassend ist Eric van der Heijden und Rene Splinter eine bunte und abwechslungsreiche Reise durch die melodische Seite der EM gelungen.  Wie der Titel 'Endless Endeavour' andeutet, sind solche Reisen aber nie zu Ende - weiter so!

Bezug: www.groove.nl

Alfred Arnold

Der iranisch stämmige Musiker Arash Parsania komponiert bereits seit seiner Jugend elektronische Musik. Er ist, von einer kürzeren Phase im Feld der elektronischen Tanzmusik abgesehen, vorwiegend im symphonischen Genre unterwegs, zu dem auch sein aktuelles Album Creation zählt. Dabei spannt er einen Rahmen von feinsinniger Elektronik a la Suzanne Ciani bis hin zu eher bombastischen, Filmmusik-artigen Abschnitten. Klangauswahl und Melodiebögen lassen dabei den arabisch angehauchten Hintergrund des Künstlers erkennen. Die Kompositionen provozieren durch ihren Ablauf neben dem akustischen ein sehr bildhaftes Erlebnis, abwechslungsreich in Tempo und Klanggewalt, ohne erkennbare Längen. Symphonische Musik in modernem Gewand, aber mit unverkennbaren Wurzeln in der traditionellen und tanzbaren elektronischen Musik.

Bezug: http://parsania.com/

Stefan Schulz

wellenfeldDet und Andreas alias Wellenfeld tummeln sich nun auch schon eine ganze Weile in der EM-Szene und veröffentlichen regelmäßig Alben, die uns nicht erst seit dem neuesten Lonplayer vor Augen führen, dass sie die wahren Herrscher der ultimativen Sequenzen sind. Keine andere Band verschachelt die Anordnung ihrer Tonfolgen so dramatisch und nachdrücklich. Dieser Charakterliche Schwerpunkt ist schon immer ein besonderes Erkennungsmerkmal gewesen und zieht auch bei den " neuen Elementen" wieder seine Kreise. Der etwas Retromässige Sound ergänzt mit eigenem Charme und hätte gerne auch noch ein paar melodische Elemente zu sich gesellt. Aber geschenkt, Sequenzer Go!

www.mellowjet.de

Stefan Erbe 

Die Zusammenarbeit zwischen Pyramid Peak und Maxxess gab es bislang nur auf der Bühne zu bestaunen, wo Max Schiefele alias Maxxess der Elektronikband um Axel Supplich den besonderen Kick für das Live-Spiel gibt. Mit Pyramaxx schließen sich Max, Axel und Andreas nun zu einem offiziellen, eigenständigen Projekt zusammen und ihr Debut schlägt sich in dem Album Distance nieder. Und hier zeigt sich auch, dass sich die Richtigen gefunden haben, denn die dynamische, progressive Elektronik aus Leverkusen lebt hier in perfekter Symbiose mit den rockigen Elementen von Max und es ergibt sich eine Musik zum genießen und mitfühlen; instrumentaler Elektronik-Rock erster Güte.

Info und Bezugsquellen: Offizielle Website von Pyramaxx

Stefan Schulz

In ihrer eigenen Art, musikalische Kompositionen eher als Gemälde aus Klängen zu verstehen, hat Deborah Martin mit Eye of the Wizard ein weiteres ätherisches Themenalbum hervorgezaubert. Tatsächlich geht es diesmal auch inhaltich um Magie, und bereits von der ersten Minute an versetzt ihre Musik den Hörer in eine fantastische Welt. Obwohl insgesamt sehr modern, entrückt man klanglich in eine Zeit voller galantem Abenteurer und Zauberwesen. Viele tragende und pointierte Flächen, sanfte Rhythmen und hauchfeine, teilweise nur angedeutete Melodiebögen vermitteln eine akustische Leichtigkeit und lässt viel Raum für Bilder in der eigenen Gedankenwelt.

Eye of the Wizard bietet ein vergnügliches Hörerlebnis mit überwiegend ambienten, synthetischen Strukturen, verfeinert mit akkustischem Gitarrenspiel und auf kleineren Strecken mit Rhythmen durchzogen.

Bezug: Spotted Peccary

Stefan Schulz

waveUnd auch dieses Mal freut sich die Redaktion über den Posteingang der neuen Moonbooter-CD, denn noch nie hat ein Album des Eifelers mit einer mässigen oder gar schlechten Bewertung die virtuelle Welt des Redaktionsrechners verlassen. Im Gegenteil, die bisherigen Veröffentlichungen und auch die aktuelle Produktion entsprechen erneut dem hohen Standard, den sich Mastermind Bernd Scholl immer wieder setzt.

jarreWenn einer der Pioniere wie Jarre, nach etlichen Jahren ein neues Album veröffentlicht, muss natürlich auch empulsiv einen ausführlichen Blick darauf werfen!

Jarre, hat aus Sicht einer Mainstreamstrategie nicht viel falsch gemacht, soviel vorweg, aber bei genauerer Betrachtung und mehrfachen Konsumierung beschleicht einen das Gefühl, dass man nicht nur viel Zeit in die Produktion gesteckt hat, sondern von Anfang an das Ziel hatte, dass dieses Album ein kommerzieller Erfolg werden muss!
Neben dem unglaublichen Name-Dropping, der strategischen Kontrastierung von vokalen und instrumentalen Nummer, fällt weiterhin auf, dass jeder Song einem gewissen Schema zu unterliegen hatte. Aber eins nach dem Anderen!