Kolumne

Edgar Froese ist tot. Zugegeben, ein harter Schlag für seine Familie, die Fans und den Freunden elektronischer Musik.

Fast jeder E-Musiker kann für sich in Anspruch nehmen, dass TD nicht nur Motivationsgeber, sondern in vielen Fällen sogar Anlass und Grund für das eigene Produzieren war. Noch mehr Hörer werden für sich beanspruchen, dass sie das Genre der EM eben durch TD gefunden, geliebt und ihm treu geblieben sind. Auch wenn die ununterbrochene Magie der 70er und 80er etwas verloren ging, Edgar und seine vielen musikalischen Begleiter blickten immer nach vorne und erstarrten nicht vor der eigenen Geschichte, um sich in einem ewigen und endlosen Beweihräuchern zu verlieren.

Die Band produzierte, tourte und präsentierte sich vielfältig und kann auch heute auf eine riesige Hörerschaft verweisen. Aber es geht nun ein Zeitalter zu ende, vielleicht sogar auch das der Band selbst. Mit Edgar geht ein großer Musiker und Genre-Superstar, der er sicher nie sein wollte und dem es auch völlig egal war, wie ihn die Öffentlichkeit wahrgenommen hat. Die Musik und die Auseinandersetzung mit der Kunst als Musik erzeugte die Ergebnisse, die TD in gewisser Form auch intellektuell erschienen lies und über Jahrzehnte Maßstäbe setzte.

Wer die Namen der großen Musiker und Bands aufzählt, die zu ihren Lebzeiten die  Musikgeschichte maßgeblich beeinflusst haben, sollte Edgar Froese nicht erst mit seinem Tod dazuzählen. Leider ist es oft einem erst dann bewusst, wenn sie von uns gehen.

Grund genug also, die Zeit der EM für einen Moment anzuhalten und sich umzuschauen, zu denen, die noch da sind. Aber auch zu denen die hinzugekommen sind und noch kommen werden, denn Edgar und TD werden auch zukünftig Musiker inspirieren, neue Hörer und Fans gewinnen und immer ein besonderer Teil dieser unvergänglichen Musikgeschichte bleiben.

Stefan Erbe

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