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empulsiv im Gespräch mit Moogulator im Rahmen des Rondo-Festivals in den Güterhallen.

Manchmal dauern Dinge etwas länger als geplant - diese Weisheit trifft auch auf das kommende zweite Album von Steve Baltes und Stefan Erbe zu.  Eigentlich war dessen Premiere ja schon für den letzten November in Bochum geplant, Terminprobleme haben aber dazu geführt, dass Baltes & Erbe-Fans bis heute auf einen Nachfolger der s-thetic² warten müssen.  Aber an diesem Februar-Tag soll es dann endlich so weit sein - nicht im Bochumer Planetarium, aber auch an einem Ort mit astronomischem Bezug.

In der Hagener Sternwarte hat Stefan Erbe früher regelmäßig gespielt, und dort auch unlängst sein Bühnenjubiläum gefeiert. Dieser neue 'Premieren-Ort' ist noch deutlich exklusiver, sowohl was den Standort angeht, als auch die Besucherzahl.

empulsiv führte ein Video-Interview mit Rike und Erik im Rahmen ihres Auftritts beim Rondo-Festival in den Güterhallen.

 

Städte schreiben sich ja bisweilen zusätzliche Titel auf ihre Ortseingangsschilder.  Meine Heimatstadt Aachen hat sich eine Weile darauf mit ihrer Exzellenz-Universität geschmückt, und ein Jahr lang durfte man sich auch 'Bundesligastadt' nennen.  Das ist nun schon einige Zeit vorüber, andere Titel sind von größerer Dauer.  Solingen mit seiner Tradition in der Messer-Herstellung begrüßt den Besucher als 'Klingenstadt'.  Am heutigen Tage wäre der Titel 'Klingende Stadt' aber genauso passend.  Warum?  Es ist einmal wieder Zeit, den Güterhallen im Südpark einen Besuch abzustatten, wie jedes Jahr hat das Künstlerpack (so nennen sie sich selber!) ein Event mit Musik und Kunst auf die Beine gestellt.  Das diesjährige Motto, unter dem elektronische Musik und Kunstwerke präsentiert werden, lautet 'Rondo' - eine aus der Musik geläufige Form, bei der sich ein wiederkehrender Abschnitt mit verschiedenen Gestaltungen immer wieder abwechselt. Übertragen auf die Veranstaltung: Bewährtes kombiniert mit Neuem, oder ganz verschiedene Konzerte, eingebettet in einen gemeinsamen Rahmen.  Die angekündigten Acts - Rikeerik, Moogulator und Booth & Creek - hatte ich alle schon vorher einmal irgendwo gesehen, und ich wusste, dass es ein sehr abwechslungsreicher Nachmittag und Abend werden würde.

Wenn man Berlin als die "Wiege" der elektronischen Musik in Deutschland sieht, dann ist es eigentlich eine Schande, als EM-Fan noch nie bei einem Event in Berlin gewesen zu sein.  Als Tangerine Dream 1987 vor dem Reichstag spielte, hatte ich noch nicht das Geld für den Flug, und auch in den folgenden Jahren hatte es sich nie so recht ergeben.  Der 'Pott' liegt doch deutlich näher an Aachen und hat alleine mehr zu bieten, als man alleine sich anschauen kann.

Aber irgendwann musste es mal sein, und eine Mitfahrgelegenheit (nochmals danke, Dierk!) sowie ein günstiges Hotelzimmer waren dann die Chance, diese Lücke zu schließen.  Am 20. Januar dieses Jahres jährte sich Edgars Todestag zum zweiten Mal, und auch dieses Mal organisierte seine Frau Bianca ein Event, um zu verdeutlichen, dass sein Werk weiterlebt und er immer noch in vielen Köpfen so präsent ist wie zu seinen Lebzeiten.

Zweimal im Jahr steht Oirschot auf dem Reiseplan eines 'Hardcore-EM-Fans' wie mir: einmal im Frühjahr, wenn Ron Boots in 'De Enck' zum E-Day einlädt, und im Herbst, wenn am gleichen Ort E-Live stattfindet.  Gelegentlich gibt es aber noch einen dritten Grund, nämlich wenn Ron das neue Jahr mit einem 'kleinen' Extra-Event eröffnet.  'Klein' bedeutet, dass nur zwei statt der sonst üblichen vier Konzerte gegeben werden, und diese auch direkt am Abend beginnen.  Also quasi ein 'halber E-Day', aber natürlich nur von der Länge her, nicht was die Qualität angeht.

Mathias GrassowDenjenigen, die Mathias Grassow vielleicht noch nicht (oder nicht so gut) kennen, möchte ich ihn gerne kurz vorstellen: Mathias wurde 1963 geboren und wuchs in Wiesbaden auf. Nach ersten musikalischen Gehversuchen an Schlagzeug und Gitarre in den späten 70er Jahren wandte er sich der elektronischen, speziell der Ambient-Musik zu. Er veröffentlichte seine ersten Alben zunächst auf Cassette (in den 80ern gab es eine gut entwickelte Untergrund-Cassetten-Szene), bald aber auch auf LP und CD. International bekannt wurde er durch „El Hadra“ (1991), dem gemeinsamen Album mit dem ehemaligen Popol Voh-Musiker und Sufi-Mystiker Klaus Wiese, einem der Mitbegründer der ursprünglichen New Age-Szene (bevor deren kommerzielle Verwässerung einsetzte). Seither hat Mathias mit einem anhaltenden Strom von ausgezeichneten Veröffentlichungen sein ursprüngliches Konzept immer weiter verfeinert, vertieft und erweitert.

Mathias Grassow ist einer der Pioniere und herausragenden Vertreter des sog. Drone-Ambient, seine Spezialität sind ausdrucksstarke introspektive, oft auch dunkel anmutende minimalistische Klanglandschaften von besonderer spiritueller Intensität.

Der Weihnachtsbraten ist vertilgt, alle Geschenke verteilt, und die Böller für Silvester sind auch schon gekauft.  Das Jahr ist geschafft - aber auch nur fast, sofern man Fan elektronischer Musik ist.  Schon seit einigen Jahren veranstaltet der Schallwende-Verein am 30. Dezember eines jeden Jahres das 'Hello'-Event im Planetarium Bochum.  Man kann es als Kehraus für das vergangene Jahr betrachten, aber eigentlich soll es einen Ausblick auf das kommende Jahr gewähren, deshalb auch der diesjährige Titel 'Hello 2017'.  Im letzten Jahr konnte man mit John Kerr ein veritables Comeback präsentieren, das mit einem ausverkauften Haus belohnt wurde.

So etwas gelingt natürlich nicht jedes Jahr, mit Uni-Sphere aus den Niederlanden war aber dieses Jahr ein noch recht neues Duo angekündigt, das mit seiner melodisch-flotten und durchaus tanzbaren Variante der EM den Geschmack Vieler getroffen hat.  Am Tag darauf ist ja auch Silvester, da passt solcherlei viel besser als 'Berlin-School-artige' Sequencer-Klänge.