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Das Cosmic Nights-Festival ist neben B-Wave das andere große EM-Event, das einmal im Jahr in Belgien stattfindet.  Bisher habe ich es (leider) nur einmal dorthin geschafft, obwohl es diesen Punkt in Kalender auch schon seit fünf Jahren gibt. Irgendwie ist immer ein anderer Termin dazwischen gekommen, der Mai ist einer der Monate, in denen vergleichsweise viel 'los' ist.

Dieses Jahr hat es aber geklappt, und der Weg ist für mich erfreulich kurz, denn von Aachen nach Heusden-Zolder ist es nur eine Dreiviertel Stunde mit dem Auto.  Eine Besonderheit von Cosmic Nights ist, dass es jedes Jahr an einem anderen Ort stattfindet.  Als ich das letzte Mal vor zwei Jahren dabei war, hatte man zum Beispiel das Planetarium Brüssel ergattert.  Falls es bei Heusden-Zolder 'klingelt': In Heusden-Zolder liegt auch "CC Muze", die Heimat des B-Wave Festivals.  Dorthin geht es heute aber nicht, als Spielort ist "ZLDR Luchtfabriek" angekündigt, irgendein altes, stillgelegtes Fabrik-Gelände, denke ich mir so bei den Fotos.

An sich ist der Samstag ja der 'Stamm-Tag' für Konzerte, ab und zu bietet sich aber auch an einem Freitag dem EM-Fan die Gelegenheit, den Stress einer Arbeitswoche mit seiner Lieblingsmusik hinter sich zu lassen.  So ist es auch heute, der Schallwende-Verein hat einmal wieder zu einem Doppelkonzert im Bochumer Planetarium eingeladen.  Der manchmal geäußerten Kritik, es würden bei Schallwende ja doch immer nur Holländer oder Picture Palace music spielen, kann man mit dem heutigen Event entgegentreten: Eingeladen sind Erik Seifert und Charly Steinbüchel, für die es nach einem Kurzauftritt bei einer Schallwelle-Preisverleihung erst das zweite Mal ist, sowie Frank Tischer, für den es seine Solo-Premiere in der Bochumer Kuppel ist.

"Nach dem Konzert ist vor dem Konzert" - so hat Stefan Erbe den Auftritt von Baltes & Erbe auf dem diesjährigen ATT angekündigt, gerade einmal zwei Wochen nach der Release-Party von "Electric Garden" im Planetarium Bochum.

Auf dem ATT spielen Steve und Stefan jetzt schon zum dritten Mal, dieses Event hat also schon seine eigene kleine Historie. Der ATT ist eine Börse für Hobby-Astronomen, auf der man alles für sein Hobby kaufen kann, sowohl neu als auch gebraucht.  Das fängt bei Sternenkarten an und hört noch lange nicht bei Teleskopen verschiedenster 'Kaliber' auf.  Wer will, kann heute auch gleich die dazu passende Kuppel erwerben.

Die Sache muss ihren Anfang im letzten Herbst in Oirschot genommen haben, als Ron Boots auf E-Live-Event den Termin für den E-Day 2017 ankündigte.  Am 29. April - da war doch irgend etwas? Ja, richtig, Baltes und Erbe im Planetarium Bochum.  Da hatte ich den Salat.  Terminüberschneidungen an sich sind zwar nichts ungewöhnliches, aber dieses Mal waren es zwei Events, deren Verzicht wirklich 'weh getan' hätte.  Also wie sollte man sich entscheiden?

"Elektronik des 21. Jahrhunderts trifft Science Fiction des 19. Jahrhunderts", so war die Ankündigung von Stephan Kaske alias Mythos zu seiner Tournee durch diverse Planetarien.  Am heutigen Tage macht er Station in Münster - das dortige Planetarium ist Teil des westfälischen Naturkunde-Museums.

Eines muss man Torsten Abel, Andreas Aulke und Martin Rohleder lassen: ihre Auftritte führen mich regelmäßig an Spielorte, die ich bisher noch nicht kannte.  Mal ist es ein Archiv für populäre Musik, mal ist es eine Kirche und heute ist es ein Restaurant mit Bühne in Oberhausen.  Es trägt den Namen "Gdanska" und liegt direkt am Altmarkt.  Wie der Name ahnen lässt, ist die Küche polnisch.  Der Betreiber will aber seine Gäste nicht nur kulinarisch verwöhnen, im hinteren Bereich gibt es auch einen kleinen, aber feinen Saal mit Bühne und Bar.  Der Wochentag - ein Mittwoch - ist auf den ersten Blick ungewöhnlich, erklärt sich aber daraus, dass an diesem Tag das Motto im Gdanska 'Gitarissimo' lautet.  Und die Gitarre hat in Sine Amplitudes Musik eine wichtige Rolle, geht der Stil doch klar in Richtung rockiger Elektronik, ähnlich wie bei Pyramaxx, Morpheusz oder Picture Palace music.

Die Schallwelle 2016 ist vorüber - alle Preise sind verteilt, alle Desserts vom Buffet verzehrt und alle Reden gehalten.  Wie ich es gefunden habe?  Ich habe einen Riesenspaß gehabt, sowohl in der Vorbereitung als auch auf der Verleihung selber, wenn das nicht so wäre, dann würde ich dort auch gar nicht mehr mitmachen. Ich weiß, dass nicht alle in der 'Szene' Freunde dieses Preises sind.  Sei es, weil sie als Musiker seit Jahren leer ausgehen, sei es, weil sie generell nichts davon halten, Musik in irgendeiner Form messen zu wollen, oder aufgrund persönlicher Animositäten zu den Veranstaltern.  Ich kann und will hier nur meine persönlichen Eindrücke und Gedanken zur Schallwelle darlegen, die man teilen kann oder nicht.

Die Konzerte mit Broekhuis, Keller und Schönwälder in der Repelener Dorfkirche haben eine lange Tradition.  Nicht viele EM-Events können eine Historie von mittlerweile 13 Jahren vorweisen.  Ob die Zahl 13 in diesem Fall eine Glücks- oder eher Unglückszahl ist?