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Bisweilen erreicht mich ein Hinweis zu einem Event nicht über die 'üblichen' Kanäle wie Newsletter oder Webseiten, sondern zuerst als Einladung über Facebook - so in diesem Fall, als Rike Casper mich zu "Wortklangreich" einlud. Dieses Wortspiel soll verdeutlichen, dass am heutigen Sonntagabend elektronische Musik auf Lyrik treffen wird, die von Bettina Dornberg vorgetragen wird. Also vielleicht so etwas ähnliches wie neulich in Solingen, als Wolfgang Brunner aus seinem Buch "Smith - Mein Leben bis zur Tragödie der Titanic" gelesen hat? Vielleicht, vielleicht auch nicht, wir werden sehen (und vor allem hören).

Kommt nur mir das so vor, oder war die EM-Event-mäßige Sommerpause dieses Jahr länger als sonst? Ich muss mich erst einmal wieder in meine Schreib-Routine als EMpulsivs Konzert-Berichterstatter hinein finden, so wenig habe ich in den letzten zwei oder drei Monaten geschrieben. Wie dem auch sei, die Sommerpause ist hiermit vorbei, und passenderweise endet sie im Detmolder Sommertheater. Das ist jetzt schon im dritten Jahr die Location, an der der Electronic Circus im Frühherbst seine Manege - pardon, Bühne - öffnet.

Auch wenn Musik für sich alleine stehen und wirken kann, hat die Kombination mit anderen Kunstformen natürlich ihren besonderen Reiz. Bereits seit einigen Jahren wird dies in den Solinger Güterhallen praktiziert, dort kann der EM-Fan seiner Lieblings-Musik in den Küstlerateliers und Galerien lauschen. Nicht zum ersten Mal führt mich mein Weg in diesem Jahr nach Solingen, um Kunst gleich in mehrfacher Hinsicht zu genießen. Am heutigen Abend soll aber noch eine weitere künstlerische Ausdrucksform hinzukommen: die Literatur.

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So häufig, wie ich auf Konzerten bin, könnte der eine oder andere meinen, ich müsste doch wirklich schon alles gesehen haben.  Das ist mitnichten so: regelmäßiger EM-Event-Besucher bin ich erst seit vielleicht sechs oder sieben Jahren, und es gibt diverse 'große Namen', die ich bisher nie live gesehen habe, und wohl auch nie mehr sehen werde.  Zumindest einen Namen werde ich an heutigen Mittwoch von dieser imaginären Liste streichen können: Jean-Michel Jarre.

Die Sommerzeit zwischen Juni und August ist Event-technisch immer eine etwas ruhigere Zeit.  Viele sind in Urlaub und die Veranstalter warten mit Konzerten lieber bis zum Frühherbst. Dafür ist der Sommer natürlich die Hochzeit der Grillfeste, und Winnies Schwingungen-Party ist eine besondere ihrer Art, kombiniert sie doch ein Grillfest mit reichlich Konzerten, und das alles im intimen und gemütlichen Rahmen von Winnies privaten Garten in Hamm.  Was vor Jahren als kleine bescheidene Privatfete begann, hat sich inzwischen zu einem Event mit einem halben Dutzend Acts und einer dreistelligen Besucherzahl entwickelt.

Die ganze Geschichte muss irgendwann im Sommer oder Herbst letzten Jahres angefangen haben.  Stefan Erbe hatte sich Phil Booth und Jez Creek zu seiner Sound of Sky-Reihe eingeladen, dabei entstand die Idee eines Gegenbesuchs.  Phil Booth ist Veranstalter der Awakenings-Konzerte in England, machen wir doch einmal ein Event nur mit Künstlern aus Deutschland, so wie Phil auch schon einmal eine "holländische Nacht" organisiert hatte.  Das neue Album von Baltes und Erbe war damals schon in der Pipeline, ein Act stand damit schon fest.  Wen nimmt man noch mit?  Gute Bekannte natürlich, auf so einer Tour muss auch die Chemie untereinander passen.  Christian Ahlers alias BatteryDead war gerade letzten November Gast bei Sound of Sky und hätte seine Premiere bei Awakenings - Stefan war ja sowohl schon einmal solo als auch mit Steve in England gewesen.  Eine dritten Act braucht es noch, und das sollte niemand Geringeres als Harald Grosskopf sein.  Zwei "alte Bekannte", ein (relativer) Neuling und ein ganz großer Name, damit stand das Line-up für den 24. Juni in Rugeley. Stefan meinte, komm doch mit nach England, dann machen wir uns ein richtig schönes und langes Wochenende.  Ursprünglich war angedacht, mit zwei Autos zu fahren, vier Musiker haben ja so einiges an Equipment dabei.  In einem der Autos wäre dann auch noch ein Plätzchen für mich frei gewesen.

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Das Cosmic Nights-Festival ist neben B-Wave das andere große EM-Event, das einmal im Jahr in Belgien stattfindet.  Bisher habe ich es (leider) nur einmal dorthin geschafft, obwohl es diesen Punkt in Kalender auch schon seit fünf Jahren gibt. Irgendwie ist immer ein anderer Termin dazwischen gekommen, der Mai ist einer der Monate, in denen vergleichsweise viel 'los' ist.

Dieses Jahr hat es aber geklappt, und der Weg ist für mich erfreulich kurz, denn von Aachen nach Heusden-Zolder ist es nur eine Dreiviertel Stunde mit dem Auto.  Eine Besonderheit von Cosmic Nights ist, dass es jedes Jahr an einem anderen Ort stattfindet.  Als ich das letzte Mal vor zwei Jahren dabei war, hatte man zum Beispiel das Planetarium Brüssel ergattert.  Falls es bei Heusden-Zolder 'klingelt': In Heusden-Zolder liegt auch "CC Muze", die Heimat des B-Wave Festivals.  Dorthin geht es heute aber nicht, als Spielort ist "ZLDR Luchtfabriek" angekündigt, irgendein altes, stillgelegtes Fabrik-Gelände, denke ich mir so bei den Fotos.

An sich ist der Samstag ja der 'Stamm-Tag' für Konzerte, ab und zu bietet sich aber auch an einem Freitag dem EM-Fan die Gelegenheit, den Stress einer Arbeitswoche mit seiner Lieblingsmusik hinter sich zu lassen.  So ist es auch heute, der Schallwende-Verein hat einmal wieder zu einem Doppelkonzert im Bochumer Planetarium eingeladen.  Der manchmal geäußerten Kritik, es würden bei Schallwende ja doch immer nur Holländer oder Picture Palace music spielen, kann man mit dem heutigen Event entgegentreten: Eingeladen sind Erik Seifert und Charly Steinbüchel, für die es nach einem Kurzauftritt bei einer Schallwelle-Preisverleihung erst das zweite Mal ist, sowie Frank Tischer, für den es seine Solo-Premiere in der Bochumer Kuppel ist.