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Anfang September erwacht die Veranstaltungs-Szene wieder aus ihrer Sommerpause, und in diesem Jahr mit einem ganz besonderen Event: der zweiten Auflage von 'Schwingungen am Wasserfall' bei Kabelmetal in Windeck-Schladern.  Eigentlich sollte dieses Festival ja erst übernächstes Jahr wieder stattfinden.  Den Organisatoren von Kabelmetal hatte es aber letztes Jahr so gut gefallen, daß sie einige (finanzielle) Hebel in Bewegung gesetzt haben, auch dieses Jahr den Wasserfall in Schwingungen zu versetzen - auch wieder für ein langes Wochenende von Freitag bis Sonntag.  Gute Pressearbeit im Vorfeld und Glück mit dem Wetter, zusammen mit einer breiteren Programm-Auswahl, sorgten für einen massiv besseren Zuspruch als im Vorjahr.

Die Sommermonate sind Event-mäßig für mich immer eine ziemliche Durststrecke.  Ist schon klar, halb Deutschland ist verreist, und das betrifft sowohl die Veranstalter als auch potentielle Besucher.  Ende August oder Anfang September erwacht die Szene aber wieder zum Leben.  Das August-Sound-of-Sky mit Booth & Creek war schon ein schöner Einstieg, und weniger als eine Woche darauf sah ich Stefan Erbe wieder - dieses Mal aber solo und in seiner alten Heimat Hagen.

"And now to something completely different" ist ein Ausspruch einer bekannten britischen Komiker-Truppe, und er traf gleich in zweierlei Hinsicht auf Sound of Sky im August zu: Zum einen hatte Stefan Erbe sich Booth & Creek aus England als Gäste auf die Bochumer Bühne eingeladen, zum anderen versprach deren Musik ein echtes Kontrastprogramm zum vorigen Mal zu werden.  Ich hatte Booth & Creek schon einmal vor ein paar Jahren in Oirschot gehört, und hatte eine kantige Performance mit vielen Sequenzen und Klangflächen in Erinnerung.

Viele halten die 70er-Jahre ja für die goldene Zeit der elektronischen Musik.  Es war die Zeit der modularen Synthesizer, sie bestanden aus (Schrank)wänden von Modulen, die untereinander mit Patchkabeln verbunden wurden.  Das ganze sah einer alten Telefonvermittlung nicht unähnlich, und Einstellungen für bestimmte Sounds hat man nicht auf Diskette oder USB-Stick, sondern mit Bleistift und Papier oder einem Polaroid-Foto abgespeichert.

Festival ist da, wo Du bist - das höre ich gerade auf ARTE, als ich diese Zeilen schreibe.  Wenn dem so ist, dann hatten wir letzten Samstag im Hamm ein Riesen-Festival.

Ein Jahr hatte Winnies Schwingungen-Party ausgesetzt, dieses Jahr durfte sich Elektronik-Fans wieder in Winnies wunderschönem Garten in Hamm einfinden, um in lockerer Atmosphäre Musik zu genießen, dabei das eine oder andere zu essen oder einfach ein bisschen zu klönen.  Man könnte meinen, Winnie und seine Mit-Streiter wollten dieses Mal alles nachholen, was letztes Jahr nicht war.  Ein Blick auf den Zeitplan verriet nicht weniger als sieben (!) Acts - wo bekommt man so etwas sonst noch geboten, und auch noch für schlappe 20 Euro Umkostenbeteiligung?  Diese enorme Zahl an Konzerten war wohl nicht so geplant, aber - so die Veranstalter - man bekam einfach so viele gute Angebote, die man nicht ausschlagen konnte.  Nicht nur das Publikum, sondern auch die Musiker scheinen die entspannte Atmosphäre zu schätzen.

Samstag, 11. Juni 2016.  Es ist ein angenehm warmer und trockener Frühsommertag, wir sitzen draußen vor dem Planetarium Bochum und es ist kurz nach 10 Uhr abends.  Vorher haben wir noch gegessen, erst deftig-lecker im nahen Parkschlösschen und dann einen Nachtisch in der Eisdiele.  Noch ein Kaffee zum Schluss gegen die Futter-Narkose, man will ja im Folgenden nicht sanft entschlummern.

Wie schon letzte Woche erwähnt, im Mai geht's üblicherweise rund, was EM-Events angeht.  Für was ich mich an diesem Wochenende entschieden habe?  Nun ja, erstmal ein Event, das mit EM eigentlich gar nichts zu tun hat.

Elektronikbasteln ist neben EM auch so ein Hobby von mir, und so war an diesem Wochenende die MakerFaire in Hannover mein erstes Ziel.  Es würde natürlich nicht so ganz in den Rahmen eines EM-Magazins passen, über 3D-Drucker und selbst gebaute Nixie-Clocks zu reden, ein Projekt ist mir dann aber doch aufgefallen: eine Schule baut sich ihr eigenes Planetarium.  Wie in der Maker-Szene üblich, ist die Herausforderung, Dinge für das eigene Projekt zweckzuentfremden.  In diesem Falle ist es ein Haufen LED-Taschenlampen, die passend montiert und drehbar gelagert den Sternenprojektor ergeben sollen...

Drei Staus, zwei Locations und ein großartiger Tag mit elektronischer Musik. Ein Erlebnisbericht von Alfred Arnold.